Bildstöcke

In der Hinterbündt

Bildstock Hinterbündt

Früher standen am weg zwischen den letzten Häusern in Hinterbündt nebeneinander ein alter Bildstock und ein Kreuz (davon berichtet die Pfarrchronik und dies bestätigt eine Aufnahme der Baronessin von Boxberg aus dem Jahr 1900). Der Kreuzstamm mag wohl morsch gewesen sein, weshalb das Kreuzbild (Metallguss auf Holzrückwand) unter dem Dache des Hauses Sutter, Nr. 95, angebracht worden ist.

So steht heute an der Straße in die Enge links nur noch der schöne alte Bildstock. Dieser wurde – wie Ernst Sutter von seinem Vater erfahren hat – wegen der Bedrohung der Häuser durch den Dürrenbach errichtet, was sehr glaubwürdig ist. Andere sagen, man habe erzählt, eine gefährliche Krankheit (Pest?) sei Anlass zur Errichtung gewesen.

Der Bildstock wird von den letzten drei Häusern in Hinterbündt erhalten. Früher (um 1896) zeigte er ein Ölbild: Madonna mit Kind, davor St. Martin und Wendelin, gemalt von Florus Scheel in Feldkirch, nach einer Idee von Pfarrer Vetter. Das Bild war wegen starker Sonnenbestrahlung und Verwitterung kaum mehr erkenntlich. So wurde es durch ein Sgraffito (Madonna mit Kind) von Hubert Dietrich bei der Renovierung des Bildstockes im Jahr 1963 ersetzt.

 

Auf dem Gschwendsacker

Bildstock Gschwendsacker

Schreiner Gebhard Hänsler (1852 – 1928) ließ auf seinem neu erworbenen Grunde auf dem Gschwendsacker etwa um die Jahrhundertwende den Bildstock mit einer Darstellung der Erscheinung Mariens in Loudres errichtet. Er erfüllte damit ein Versprechen wegen der Erkrankung eines Kindes. Seine Tochter Anna Natter, Trafikantin (1890 – 1928), ließ den Bildstock in den Vierzigerjahren wieder durch Karl Steurer herrichten.

An diesem Bildstock zog von Oberfeld her die Öschprozession jahrzehntelang vorbei und hier erteilte man den letzten Segen vor der Kirche.

 

Auf dem Unteren Rain

Bildstock auf dem Unteren Rain

Am Weg in die Bengath, rechts von der Straße, auf dem Grundstück des Landwirtes Vogt gelangt man an einem Bildstöcklein vorbei, welches eine Statue der Madonna mit dem Kinde enthält. Dieses hat der Schwiegervater des Alois Vogt, Kaspar Alois Wüstner, etwa um 1900 auf Grund eines Versprechens dort anbringen lassen.

 

In der Klaus

Das Stöcklein befindet sich an der linken Seite oberhalb der Schlosserei Sutter. Der Begründer dieses Unternehmens, Schlossermeister Josef Anton Sutter (1851 – 1938), ließ es dort anbringen. Zweimal bedrohte und schädigte das Hochwasser der Bregenzerach sein Anwesen: 1910 und 1912. In der Wassernot versprach er, einen Bildstock zu erstellen, wenn sein Haus nicht weggerissen werde, das zweite mal erneuerte er das Versprechen und hielt es, indem 1913 der Bildstock erstellt wurde. Er enthält eine Muttergottesstatue mit dem Jesuskind.

 

In Übermellen

Bildstock Übermellen

Etwas abseits von der Dorfstraße, rechts hinter dem Bauernhaus Nr. 18, gegenüber dem Gasthof „Kreuz“ steht ein Bildstock. Er soll anlässlich einer Überschwemmung des Mellen errichtet worden sein. Der Wildbach sei von Islen durch die Güter hinunter gelaufen gegen den Nazeboden (glaubwürdig durch die Form des Grundstückes von den letzten Häusern), und in der Angst habe der Besitzer des nächstbedrohten Hauses (Nr. 18) versprochen, dieses Bildstöcklein errichten zu lassen und zu erhalten. Es hat wie jenes in Hinterbündt eine besonders schöne Form und wird darum sehr häufig fotografiert. Innen zeigt es eine Statue: Jesus an der Geißelsäule.

 

Am Weg in die Zimmerau

Bildstock am Weg in die Zimmerau

Wenn man nach Überschreiten der Achbrücke auf der alten Straße in die Zimmerau abbiegt, gewahrt man rechts einen Bildstock, der ein Aquarell enthält und drei Spruchtafeln. Das Bild stellt auf drastische Weise einen Unglücksfall dar, und zwar den des Seilmeisters Josef Wüstner, der hier am 10. Februar 1925 beim Holzfuhrwerken den Tod fand. Unter dem Bilde kann man folgenden Spruch lesen:

„Höret noch ein mahnend Wort:
Wirket bei des Tages Helle,
eilig naht des Todes Nacht,
wahret treu vor Schuld die Seele,
flehet, ringet, betet, wacht!“

Diesen, wie die beiden anderen Verse, dichtete Pfarrer Tschavoll, damals in Au. Den Bildstock ließen die Angehörigen des Verstorbenen erstellen.

 

„’s Bild“

s'Bild

So wird eine Mariendarstellung im Volksmund genannt, welche sich im Walde hinter der großen Viehweide gegen Oberfeld, etwas abseits vom Hauptwege, am Stamme einer mächtigen Tanne befindet.

Es handelt sich um eine Kopie der Madonna Cranachs in der Innsbrucker Pfarrkirche. Das Bild wurde von der Familie des Johann Michael Rüscher, der aus Au stammte, Handelsmann in Wien war und in Mellau eine Zeit lang den „Bären“ besaß, im Walde angebracht – vermutlich nach dem jähen Tode seiner Stieftochter Katharina Reich geb. Bär (1874 – 1901). Sehr wahrscheinlich ist das Ölgemälde ihrem Gatten, Kunstmaler Professor Josef Reich, Bizau – Wien, zuzuschreiben.

Das Bild ist verhältnismäßig gut erhalten, da es von einem Bildhaus geschützt ist. Dieses wurde im Jahre 1937 durch Schreinermeister August Türtscher nach einem Entwurf von Pfarrer Gebhard Künzle erneuert. Unter dem Bilde ist – wie auch an anderen Orten – folgende Aufmunterung zu lesen:

„Hast du ein tiefes Leid erfahren,
drückt dich nieder tiefer Schmerz,
sieh’, die Mutter mit dem Kinde
hat auch ein gebrochen Herz!
Hier in diesem stillen Walde
wohnt der Friede, wohnt die Ruh’
einer besseren Heimat zu.
Blick empor zu diesem Bilde,
das von Gnaden überfließt,
sprich zur Mutter aller Milde:
O Maria, sei gegrüßt!“

Vor der Tanne bietet eine Bank Gelegenheit zur Besinnung und zum Ausruhen. Früher standen mehrere Bänke und ein Tischchen an de Platze. Der Ort war damals ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, besonders der Mütter mit den Kindern am Sonntagnachmittag, und früher auch meist das Ausflugsziel für die erste Schulklasse. Jene, die den versteckten Ort kennen, schätzen ihn und suchen ihn bei gutem Wetter gerne auf.

Die Texte zu den Bildstöcken von Mellau stammen von Klara Schwendinger.