Der Vizodum

Die Sage
Über die Alpen Oberen und Wurzen und hinauf auf die Niederlenke, ja bis zur Wirmsul, ist es öfters nicht mit rechten Dingen zugegangen. Leute, die überall herum reden und sich wundern, haben dort öfters auch ein feuriges Rad gesehen. Nur wer bei diesem Anblick ordentlich betet, hat vor dem Vizodum nichts Ungutes zu erwarten. Auch die Alpknechte auf der Alpe Obere haben ihren Pfister einen „Füzler“ geheißen. Sie haben mit ihm gewettet, er könne nicht einen Kübel Wasser beim Brunnen „am aulto Hof“ holen. Der schneidige Pfister ging aber in der Dunkelheit schnell hinauf, um dort dem gewünschten Kübel mit Wasser zu füllen. Dabei rief er laut in die Dunkelheit hinein: „Vizodum, Vizodum, i keordrd´Nasa im Füdla um.“ Darauf sah man ein feuriges Rad über den Pfister hinab kommen. Ein heller Blitz – und niemand hat den Pfister je wieder gesehen.

Anmerkung
Niederlenke = Einsattelung zwischen Stoß und Holenke
Wirmsul = eine Felsnadel auf der nordseitigen Kanisfluh
Vizodum = ein teuflischer Geist; aus lat. Vicedomus = Unterherr, auch Teufel
Pfister = ein Jungknecht auf der Alpe
Füzlar = einer, der sich fürchtet
„am aulto Hof“ = Platz, an dem sich vor 500 Jahren die Alpgebäude befanden

Quelle: Vogt, Werner. Sagen aus der Talschaft Bregenzerwald.

Wanderroute: Rossstelle - Alpe Wurzach - Kanisfluh - Au

Wandertipp
Kanisfluh über die Alpe Wurzach – Abstieg über Alpe Obere nach Au. Auffahrt mit der Mellaubahn auf die Rossstelle, von der Bergstation über den Wanderweg Richtung Kanis- und Wurzachalpe. Angelangt auf der Wurzachalpe über den Südhang „am Stoß“ vorbei, hinauf zum Gipfel der Kanisfluh (Holenke). Der Abstieg erfolgt über die Obere Alpe – Öberle Alpe – Feuersteinalpe nach Au. Die Rückfahrt nach Mellau erfolgt mit dem Bus (Linie 40) oder mit den Leihfahrrädern „Nextbike“.

Gehzeit
ca. 4,5 Stunden

Einkehrmöglichkeiten
Alpe Kanis, Alpe Wurzach, Obere Alpe, Gasthof Edelweiß

Hier finden Sie weitere Informationen zur "Sagenwelt von Mellau".